Gruppenanalyse – Selbsterfahrung in der Gruppe

 

Als Alternative zur Zwei-Personen Psychotherapie finden Sie in der Gruppenanalyse bzw. der tiefenpsychologisch fundierten Gruppenpsychotherapie einen herausfordernden Kontext zur Erprobung und Entwicklung neuer, bis dahin nicht erreichter Potentiale, die Sie  weiter bringen - oftmals weit über das,  was Sie  im überschaubaren Rahmen des klassischen psychotherapeutischen Zweiersettings erfahren haben.

In der Gruppenanalyse finden Sie einen spannenden Kontext zur Selbsterfahrung.

Hier können Sie bis dahin nicht erkannte Potentiale ausloten und sofort erproben.

 

Die Gruppenpsychotherapie ist tiefenpsychologisch fundiert. Sie bringt Sie oftmals weit über das hinaus, was Sie im überschaubaren Rahmen der klassischen dyadischen Anordnung erfahren haben. Zunächst einmal erfordert es Ihre Bereitschaft, sich auf die Person des Anderen einzulassen - anders als im 2-er Setting gibt es derer in der Gruppe 6-9 andere.

 

In den Zeiten der Pandemie sind die Gruppen lediglich sechs Teilnehmer*innen gross -zumindest solange die Gefahr der Weitergabe des Virus so hoch ist wie aktuell (04/21).

 

Doch wie kann ich vor anderen, die ich doch gar nicht kenne, über mich sprechen?

 

Die Gruppenanalyse überwindet Barrieren.

 

Sie werden schon bald die Erfahrung machen, dass sich Ihnen bestimmte Vorurteile in den Weg stellen werden. Die Vorurteile zeigen sich in einem Verhalten, das sich bisher bewährt hat. Dieser Selbstschutz vor bösen Überraschungen oder entsprechenden Gefühlen hat Ihnen bisher gute Dienste erwiesen.

 Zugleich verstellt es Ihnen den Zugang zu neuen, positiven Erfahrungen in der Begegnung mit dem, was Ihnen im Anderen fremd oder suspekt erscheint. Oder Sie erkennen, dass gerade dieser Andere Ihnen etwas derart Vertrautes voraus hat, das Sie gerne näher kennenlernen möchten. Sei es, weil er oder sie die beschriebene, womöglich schamhaft abgewehrte Seite sich vor Ihnen bereits getraut hat, anzusprechen. Vielleicht, weil es denjenigen selbst so sehr betrifft. Vielleicht aber auch, weil es sich mit einer Unwahrheit, einer Lüge nicht länger leben ließ.

 

Die Gründe, in einer vertraulich zusammen arbeitenden Gruppe sprechen, sind sehr vielfältig. Sie können im einzelnen und schon gar nicht vollständig aufgezählt werden. Eindrücklich fasst ein erfahrener Gruppenanalytiker seine Erfahrung zusammen:

 

"Nach meiner Erfahrung sind es zwei Gesichtspunkte, die bei der Stilbildung, gleich welchen gruppenanalytischen Ansatzes bedeutsam sind. Es geht zum einen um eine sorgfältige Beobachtung der Prozesse in der Gruppe, und ich glaube im Lernen dessen werden (selbst) Gruppenanalytiker nie fertig. Es geht zum anderen um die Reflexion der eigenen emotionalen Reaktion auf das Geschehen." Pieter Hutz ("Gibt es Neues in der Gruppenanalyse?" Berlin 2007)

 

Fremdes wird auf einmal vertraut.

 

Spannend dabei sind die vielfältigen Herausforderungen, die auf Sie warten. Nach einer längeren Teilnahme könnte Ihnen zum Beispiel auffallen, wie vertraut Ihnen der Andere geworden ist. Vielleicht sind Sie überrascht, dass Sie ein Vorurteil über Bord geworfen haben. Denn Sie erkennen, wie weit Sie sich dem Anderen annähern können. Sei es, dass dieser Teil im Anderen seinen Schrecken verloren hat. Oder sei es, dass Sie eben diesen Teil inzwischen bei sich selbst ausgemacht haben. Besonders eindrücklich hat dieses Abenteuer einer Selbsterfahrung in der Gruppe der amerikanische Gruppenanalytiker Yalom in seiner verfilmten Autobiographie geschildert.

 

Versuchen Sie es – und bringen Sie ein wenig Zeit mit.

 

Bedenken Sie, dass der gruppenanalytische Selbsterfahrungsprozess sehr komplex ist. Bitte bringen Sie deshalb genügend Zeit mit – dieses kostbare Element unseres Lebens. Planen Sie am besten zwei oder sogar drei Jahre ein. Ja, das ist nicht übertrieben: So lange kann der Selbsterfahrungsprozess in der Gruppe tatsächlich andauern.

 

Als Versicherter einer gesetzlichen oder auch privaten Krankenversicherung übernimmt diese bis zu 80 Doppelsitzungen: Sie werden es nicht für möglich halten, wie rasch diese aufgebraucht. Daher werden Sie neben Ihrer Zeit auch einen Eigenbeitrag aufwenden müssen, der sich jedoch für Sie auszahlt: Dadurch können Sie eingefahrene Wege verlassen und einen großen Schritt über die bisher begrenzten Möglichkeiten hinaustreten. Sie werden in jedem Fall hinzugewinnen. 

 

Sprechen Sie mit mir.

 

Erfahren Sie, welche Möglichkeiten Ihnen die Gruppenanalyse aufzeigen kann.

 

In Deutschland sind etwa 8.500 Psychotherapeuten zur ambulanten Gruppenpsychotherapie im KV-System zugelassen. Nach einer Erhebung im Winter 2019/20 boten jedoch nur etwa 300 Psychotherapeuten Gruppenpsychotherapie nach den Psychotherapie-Richtlinien an, was gerade mal einem Anteil von 5% der Zugelassenen entspricht. Über die genauen Hintergründe dieser Entwicklung grassieren viele Gerüchte: sicher braucht es auf beiden seiten - denen, die auf der Suche nach einem Behandlungsplatz für eine Psychotherapie sind ebenso auf Seiten derjenigen, die aufgrund ihrer Ausbildung therapeutische Gruppen anbieten könnten - eine Portion an Mut. 

 

Seit März 2020 ist das öffentliche Leben in vielerlei Hinsicht durch die Wirkung eines hoch aggressiven Virus beeinträchtigt, viele Menschen bangen um den Fortbestand der eigenen, über Jahre aufgebauten wirtschaftlichen Existenz oder haben sich bereits von einem gut eingespielten Betrieb verabschiedet, weil sie gezwungen waren, diesen Betrieb einzustellen.

 

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Im Frühjahr 2021 leite ich 3 verschiedene Gruppen an drei aufeinander folgenden Tagen (Di/Mi/Do) an.

Das Konzept der halboffenen Gruppe bedeutet, dass ausscheidende Gruppenteil- nehmer*innen  den Platz frei machen für neu hinzukommende Teilnehmer*innen.

Da die Erfahrung zeigt, dass eine Gruppenteilnahme in Gruppen mit 8-9 Tln. (in Corona Zeiten sind es nur 6 Tln.*innen) über mehrere Jahre dauern kann, kann ich Anfragen - auch nach einem vakanten Platz in der Gruppe - nicht immer zeitnah positiv beantworten. 

 

Sind Sie neugierig geworden!?

 

Sprechen Sie mich an, so dass wir in einem vorbereitenden Gespräch über Ihren Einstieg in eine der drei Gruppen (Di + Do 17:00 - 18:40 und Mi 09:30 - 11:10) nach einer gewissen Wartezeit besprechen können.

 

An welchen der drei Gruppen zum jetzigen Zeitpunkt ein Behandlungsplatz frei ist dazu finden Sie hier.. genauere Angaben.

 

Zu guter letzt noch ein Wort zu Corona: vermutlich werden Sie sich fragen, wie es möglich ist, in einer Zeit, in der alle Cafés geschlossen sind und nur Geschäfte, die für den Vertrieb der alltäglichen benötigten Waren/Lebensmittel noch zugänglich sind, wie in diesen Zeiten Gruppentherapie in einem geschlossenen Raum stattfinden kann!?

 

In meiner in 2018 bezogenen Praxis - zu diesem Zeitpunkt gab es de facto noch kein Bewusstsein für eine Pandemie des Ausmasses der Corona Pandemie - gibt es einen hinreichend grossen Gruppenraum von 45 m2, in dem der Abstand unter den Teilnehmer*innen nach den derzeit geltenden Richtlinien der Gesetzlichen Unfallversicherung und des Instituts für Arbeitsschutz unter Berücksichtigung der CO2 Konzentration ermittelt und durch die Positionierung der Stühle (ca. 180 cm) zueinander gewährleistet wird.

 

In vorher ermittelten Intervallen trage ich - in Abhängigkeit von der Anzahl der TeilnehmerInnen, die in diesen Zeiten max 6-7 Tln.'*innen umfasst - dafür Sorge, dass die Innenraumluft durch regelmässiges Lüften ausgetauscht wird. Zusätzlich kommt ein Luftreiniger zum Einsatz, der auch kleinste Partikel durch einen (NanoProtect S3 HEPA) Filter herausfiltert.

 

Ich bin mir gleichwohl dessen bewusst, dass ein verbleibendes Restrisiko nicht vollends auszuschliessen ist. Seit dem offiziellen Start von SARS COV-2 Ende Januar 20 habe ich - in Abstimmung mit den Vorgaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung - die therapeutischen Gruppen als Bestandteil des Versorgungsauftrags nur für wenige Wochen im Frühjahr 2020 ausgesetzt, als es galt, das Ausmass des Infektionsrisikos richtig einzuschätzen. 

 

Spätestens seit der zweiten Welle, dem sogenannten Lockdown 2 - arbeite ich in den therapeutischen Gruppen mit dem Mund-Nase-Schutz, das zunächst für alle Beteiligten etwas gewöhnungsbedürftig war.  Mittlerweile haben sich die Teilnehmer*innen meiner Gruppen aber auch die Menschen in dieser Gesellschaft hieran gewöhnt und ich hoffe inständig, dass wir irgendwann - etwa in der zweiten Jahreshälfte bei zunehmender Impfimmunisierung - den Abstand wieder etwas verringern können: der Mensch braucht nun mal den Menschen...