Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung

Seit Oktober 2021 besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen einer therapeutischen Gruppe mit den eigenen Themen zunächst probehalber auseinander zu setzen. Vielleicht haben Sie an anderer Stelle - etwa im Rahmen einer stationären Reha Maßnahme oder auch im Kontext einer betrieblichen Weiterbildung die Erfahrung gemacht was in einer Gruppe für Möglichkeiten stecken.       Das Wichtigste, was Sie selber mitbringen sollten, ist die Bereitschaft, in Gegenwart anderer, die sich zuvor dem Gebot der absoluten Verschwiegenheit gegenüber Nicht-Teilnehmer*innen verpflichtet haben, über sich zu sprechen. 

Nach und nach werden Sie merken, dass in einem tragenden Mehr-Personen-Kontext etwas entsteht, was es Ihnen ermöglicht, neue Erfahrungen in der Beziehung zu anderen zu machen, die Ihnen helfen werden, auf neue, bis dahin nicht für möglich erachtete Weise Zugang zu den eigenen Gefühlen und damit zu Ihrem Nächsten zu erhalten. 

Ankommen

Schon in einem sehr frühen Stadium - den sogenannten probatorischen Sitzungen - sind Sie Teil einer Gruppe, die  das Lernumfeld der ersten Wochen bilden wird, in dem Sie sich zunächst nachsichtig darin üben sollen, zu verstehen, wie es zu dieser Entwicklung der letzten Monate - vielleicht Jahre - gekommen ist, die Sie jetzt ganz akut in die Therapie führt.

..seinen Platz finden

Das, was Ihnen zunächst als unsichere weil unvertraute Lernumgebung vorkommen mag wird bereits nach wenigen Sitzungen das zunehmend sichere Gefühl vermitteln, dass die offene Konfrontation mit bisher gemiedenen Themen Ihnen zu neuer, vielleicht nie gekannter Selbst-Wertigkeit verhilft. 

Neue Einsichten gewinnen

Der so oft beschriebene Überraschungs-effekt in Gruppen entsteht aus dem Wiedererkennungseffekt und gibt Ihnen vielleicht das Gefühl, mit menschlich all zu menschlichen Dingen konfrontiert zu sein, die ein lang nicht erfahrenes Gefühl von Zugehörigkeit möglich macht. 



Mit der Konzeption der Grundversorgungsgruppe in den Psychotherapierichtlinien soll versucht werden, ein Übergangsangebot zu schaffen, das als Antwort auf die frustrierende Erfahrung, dass teilweise monatelange Wartezeiten bis zum Beginn kontinuierlicher therapeutischer Sitzungen ins Land gehen, den Weg ebnen soll. Vielleicht sind sie bereits nach wenigen Gruppensitzungen dazu in der Lage, aus einer ganz anderen Perspektive - nämlich aus der Perspektive des anderen - auf ihre festgefahrene Situation zu blicken und mit etwas Glück und der Unterstützung aus der Gruppe selbst die Karre aus dem Dreck zu holen - dies ist mein Bild für eine vertrackte Situation.